Three Days – San Francisco

Bay City

Eine geographische Darstellung von San Francisco findest du hier

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31.08.2012 – The Rock!

Das Labour Day Wochenende begann an diesem Tag. Die Nacht in Modesto war angenehm ruhig. Wir hatten es nicht allzu eilig, da San Francisco von Modesto mehr oder weniger nur einen Katzensprung entfernt ist. Mit 153 km war es einer unserer kürzesten Strecken auf der gesamten Reise. Wir starteten bei Sonnenschein in Modesto – hier waren es zu der Zeit noch gute 25 Grad.

Nach 2 Stunden Fahrt überquerten wir bereits am Mittag die Oakland Bay Bridge. Hier mussten wir auch gleichzeitig unsere erste Toll Station passieren – 4$ pro Fahrzeug kostet das überqueren der Brücke. Anders als in Florida sind Toll Stations viel weniger anzutreffen, was mich sehr wunderte.

Leider war das Wetter in San Francisco zu dieser Zeit noch nicht so besonders. Es war sehr nebelig, wofür die Stadt ja dennoch bekannt ist. Unsere Unterkunft lag direkt auf der Lombard Street, leider eine der stark befahrenen Straßen in San Francisco. Gut war, dass das Lombard Motor Inn kostenlose Parkplätze beinhaltet hat. Es war zwar noch etwas früh, aber wir versuchten direkt unser Glück und wollten einchecken. Dies war auch gar kein Problem.

Nun wollten wir uns direkt Fishermen’s Wharf anschauen. Zu Fuß war der Weg zu weit, ÖPNV wollten wir noch nicht ausprobieren, so dass wir mit dem Auto gefahren sind. Natürlich waren mir die Parkkosten mehr oder weniger bewusst. Wir parkten direkt gegenüber von Pier35 – leider für stolze 35$ pro Tag (!). Nunja, es war teurer als gedacht, aber da wir noch unserer Alcatraz Night Tour um 18 Uhr antreten werden, wollten wir nicht zwingend mit den ÖPNV wieder zum Hotel fahren – Auto ist eben Luxus…

Fishermen’s Wharf ist ein Touristenmagnet. Es war auch ziemlich voll, aber hielt sich irgendwie noch in Grenzen. Anscheinend war das Labour Day Weekend noch nicht ganz eingeläutet. Wir tingelten über den Pier und vertrieben uns die Zeit mit Geschäften, den Seelöwen und in einem guten Fishrestaurant direkt auf dem Pier. Das Wetter war nun deutlich besser, aber die Temperaturen beliefen sich auf gerade mal 15° Grad.

Die Zeit verging wie im Flug. Nach gut 4 Stunden gingen wir langsam zum Pier 33, denn dort legt das Boot für Alcatraz Island ab. Wir hatten schon weit im Vorfeld unsere Karten für die Night Tour gebucht – war auch sinnvoll, denn die Tage in der Hauptsaison sind restlos ausverkauft – wer also kein Ticket hat und dieses Vorort kaufen möchte, schaut schnell in die Röhre und darf sich die Insel nur von Weiten aus anschauen.

Pünktlich um 18.10 Uhr (Sommerfahrplan 2012) legten wir ab. Daraufhin begann die Tour. Zunächst werden mehrere Gruppen gebildet, welche dann mit einem Park Ranger einzelne Stellen ablaufen. An jeder Stelle erzählt der Ranger eine passende Geschichte. Sobald man dann am Gefängnis selbst angekommen ist, bekommt man einen Audio Guide umgehangen (gibt es in allen Sprachen) und beginnt die “self guided Audio Tour”.

Meiner Meinung nach gehört Alcatraz zu den Must do’s in San Francisco. Das mag jeder anders empfinden, aber sowas gibt es halt nur einmal. Obwohl dort tausende Touristen rüber pilgern, kam es mir Vorort nicht touristisch vor. Wenn man die Leute um sich herum ignoriert, die Kopfhörer etwas lauter aufdreht, kommt schnell ein sehr eigenes Flair zur Geltung. Ich habe mich teilweise so gefühlt, als wäre ich selbst in diesem Gefängnis gefangen. Die Tour ist sehr authentisch, solang man sich darauf einlässt. Ich fand es einfach nur genial.

Die Audio Tour dauert um die 2 Stunden. Die Insel versinkt in dieser Zeit in der Dunkelheit. Dies verstärkt noch einmal die atemberaubende Kulisse dieser weltbekannten Insel. In den Sicherheitstrakten leuchten nur noch die Kunststofflampen. Das besondere an der Night Tour ist, dass man sich so ziemlich “allein” auf der Insel befindet. Die Leute von den vorherigen Besuchen reisen bereits vor der anstehenden Night Tour wieder ab. Die Night Tour ist somit nicht so überlaufen, wie es am Tag der Fall ist. Gegen Ende sollte man nochmal die Zellen aufsuchen, denn dort ist irgendwann niemand mehr und man hat seine Ruhe! Des Weiteren gibt es nur bei der Night Tour bestimmte, sich immer ändernde Programme. Wir haben z.B. einem Ranger eine viertelstunde lang zugehört, was Alcatraz wirklich mit Hollywood zu tun hat. Danach konnten wir bei einem anderen Ranger die Schließung und Öffnung der Zellentüren beobachten – klingt nicht so spannend, ist es aber. 😉 Zumindest erzählt der Ranger noch sehr viel darüber und demonstriert die Technik mehrfach. Einen Haken gibt es allerdings doch: Man hat nur bedingt Zeit, denn spätestens um 21.20 Uhr legt in dieser Jahreszeit (hängt immer vom Sonnenuntergang ab) das letzte Boot ab. Gelohnt hat es sich aber allemal – ich würde es auch glatt nochmal machen. Kostenpunkt der Night Tour: 35$ p.P.

Buchen solltet ihr die Tickets ausschließlich auf der offiziellen Seite, da es überall Betrüger gibt die noch einiges mehr verlangen: Alcatraz Cruises

Es ist ratsam weit im Voraus zu buchen, denn die Tickets sind teilweise Wochen vorher ausverkauft. Es ist nicht empfehlenswert die Tour Vorort auf gut Glück zu buchen. Das geht in den meisten Fällen schief.

Gegen 22 Uhr waren wir dann wieder an Land. Es folgte noch der obligatorische Pflichtstop beim Hard Rock Cafe bevor wir zurück zum Hotel fuhren.


01.09.2012 – Cable Car Rider!

Der erste Blick am zweiten Tag in San Francisco aus dem Fenster verschlug mir vorerst die Sprache. Obwohl wir eigentlich von unserem Balkon die Golden Gate Bridge sehen konnten, war erstmal überhaupt nichts zu sehen. Nicht einmal die Häuserwände gegenüber waren sichtbar. Alles war vernebelt. Nun verstand ich den Charakter dieser schönen Stadt.

Langsam rafften wir uns auf und überlegten uns was wir an diesem nebeligen Tag machen sollen. Zunächst fuhren wir zur Chestnut Street – einer sehr schönen und belebten Straße mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten.

Nach 1 Stunde ging es zurück zum Hotel. Unweit von unserem Hotel ist die weltbekannte Lombard Street (crookiest Street of the World) entfernt. Etwa zwei Blocks weit weg und gilt gleichzeitig als eine Station der Cable Car. Also nichts wie los, die verdammt steilen Straßen müssen zu Fuß bestiegen werden!

Drei Blocks härtester Höhenmeter lagen hinter uns. Dagegen war der Aufstieg im Bryce Canyon ein Witz! 😀 Wir warteten auf die Cable Car, die von der Hyde Street aus startet. Der erste Wagen war schon so voll, dass wir gar nicht mitgenommen wurden. Etwa 10 Minuten später kam der nächste Wagen und wir konnten noch einen Platz im Inneren ergattern. Wir fuhren daraufhin zum Union Square. Die Fahrt selbst war nett, aber durch den Platz im inneren des Wagens nicht anders als eine normale Straßenbahn. Hier zählt eher der historische Charakter.

Der Union Square ist voller Geschäfte und es war auch relativ viel los. Hier werden die Wagen der Cable Car komplett entleert, gedreht, wieder eingehakt und neu beladen. Alles sehr interessant, aber eine Warteschlange, wie ich es noch nie gesehen habe! Die Leute standen ungefähr 150m lang an – Wartezeiten habe ich auf mindestens 1,5 Stunden geschätzt! Wofür fragt man sich da? Wer nämlich aufpasst, wird merken, dass die Wagen niemals voll beladen werden, denn die Straße entlang sind lauter Stationen, wo die Cable Car Halt macht und man einsteigen darf. Ein voller Wagen würde bedeuten, dass danach so gut wie niemand mitgenommen werden könnte. Was macht der clevere Tourist? Richtig, er geht die Straße etwas hoch und steigt ohne Wartezeit ein 😉 Zunächst schauten wir uns aber den Union Square und seine Geschäfte an. Das Wetter war hier übrigens genial – 100% Sonnenschein, kein Nebel und gefühlte 25 Grad.

Abschließend schlenderten wir die Straße etwas hinauf und stiegen dann bei der nächstbesten Station in die ankommende Cable Car ein. Diesmal hatte ich Glück und durfte hinten beim Bremser stehen. Seine Arbeit konnte ich dadurch bestens beobachten – wirklich interessant, wie diese alte Technik funktioniert. Wir fuhren zurück zur Lombard Street um wieder unser Auto holen zu können.

Mit dem Auto ging es zum Fort Point direkt an der Golden Gate Bridge. Dummerweise sind wir hier in einen ordentlichen Stau gekommen, der uns noch einiges an Zeit gekostet hat.

Unten am Wasser kann man prima Fischer und sonstige Leute beobachten. Die Brücke war zu diesem Zeitpunkt fast nebelfrei. Ein paar kleine Schleier hingen später in den Pfählern. Bei einem guten Kaffee und einem Hot Dog genossen wir die Atmosphäre.

So langsam wurde es allerdings wieder nebelig, so dass wir noch schnell zum Aussichtspunkt an der Brückenzufahrt gefahren sind. Dort bekommt man dann folgenden Blick zu sehen..

Innerhalb kürzester Zeit schien es so, dass die Brücke anfing im Nebel zu versinken. Letztendlich tat sie es nicht. Der kalte Wind peitschte uns fortlaufend ins Gesicht, so dass wir uns entschlossen zu den Twin Peaks zu fahren – einer der bekanntesten Aussichtspunkte in San Francisco.

Der Weg dorthin war etwas mühselig zu finden und wie das Schicksal es so will, ist der komplette Aussichtspunkt innerhalb weniger Minuten komplett im Nebel verschwunden. Wir waren nicht die Einzigen, die dieses Phänomen überrascht hat, denn es fuhren noch zahlreiche Busse und Autos den Berg hinauf. Ich riskierte einen Blick, aber außer Nebel war wirklich nichts zu sehen. Wir mussten uns leider damit abfinden.

Der Tag war bis hierhin auch schon wieder fast vorbei. Wir kauften noch eine Kleinigkeit ein und schon war es wieder dunkel. Der Tag war trotzdem lang und anstrengend – besonders bei diesen herbstlichen Temperaturen. Die Stadt war nun wieder in einer weißen Hülle eingetaucht, weitere Anlaufpunkte konnten wir uns sparen und blieben somit auf dem Zimmer um den Abend mal ruhig ausklingen zu lassen.


02.09.2012 – it’s so fluffy, i’m gonna die! 

Der dritte Tag – gleichzeitig der Labour Day Sonntag – in San Francisco begann wieder mit dem obligatorischen Blick vom Balkon. Heute sollte es der wärmste Tag der Woche werden – mit großer Erwartung ging ich auf den Balkon und bekam wieder eine komplett eingehüllte Stadt zu sehen! Good Morning, Fog City!

Wir ließen es wieder ruhig angehen. Gegen 10 Uhr löste sich allmählich der Nebel auf und wir begannen den Tag mit der Wiederholung der Twin Peaks! 🙂

Diesmal hatten wir mehr Glück.

Von dort oben war es wirklich eine traumhafte Aussicht auf die Stadt und der Bay. Was uns aber schon dort oben auffiel, war die Tatsache, dass die Golden Gate Bridge sowie Alcatraz im Nebel lagen – und wenn dieses Phänomen einmal eintritt, dann kann es sein, dass es sich den ganzen Tag nicht mehr ändern wird. Zumindest habe ich vorher schonmal gehört, dass die Brücke auch mehrere Tage verschwinden kann. Nun gut, nach unserer Zeit in Twin Peaks steuerten wir unser Tagesziel an – die Muir Woods im Norden von San Francisco.

Zunächst überquerten wir die Golden Gate Bridge bei 100% Nebel, was zugegebenermaßen auf dem Bild so nicht zu erkennen ist 🙂

Danach folgte ein Stop in der Horseshoe Bay – denn der Aussichtspunkt hinter der Brücke war voller Touristen!

Die Brücke sah hier schon fantastisch aus! Ein absolutes Erlebnis!

Wir fuhren durch Sausalito hindurch – ein schönes Örtchen, wo wir uns aber nicht weiter umgesehen haben.

Den Weg zu den Muir Woods fanden wir dann sehr schnell, denn es ging plötzlich nicht mehr vorwärts. Offensichtlich wollte die ganze Stadt dorthin – ein großer Rückstau entstand! Eigentlich hätten wir hier schon abbrechen sollen, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass die Leute evtl. zu den Muir Beaches wollten. Im Schneckentempo ging es den Berg hinauf und nach einer recht langen Fahrt kamen wir dann endlich an – nur hier war es kein Stück besser, sondern nur noch schlimmer! Es gab keine freien Parkplätze mehr, die Wagen parkten den kompletten Weg die Straße hinunter – wir fuhren und fuhren und hätten locker 4-5 km zum Eingang zurückgehen müssen! Wahnsinn, was war hier los? Natürlich war es der Labour Day Sonntag in Schuld!

Wir brachen hier ab um nicht noch mehr Zeit zu verlieren – ich konnte es verkraften, dass ich die Riesenbäume nicht zu Gesicht bekommen habe, denn es wird nicht der letzte Besuch von San Francisco gewesen sein. Schade war es nur um die Zeit, die wir verloren haben.

Die Marine Headlands waren unser nächstes Ziel, die sowieso auf dem Weg lagen. So wie die Brücke in der Horseshoe Bay aussah, war uns eigentlich schon klar, dass es dort oben nicht unbedingt anders aussehen wird – aber wir wurden eines besseren belehrt! Die Sicht von dort oben war eines der absoluten Highlights der kompletten Reise – und warum? Weil die komplette San Francisco Bay voll mit Nebel war und die Golden Gate nur ihre über 200m hohen Brückenpfeiler herausstrecken konnte! Im Hintergrund sah man die Silhouette der Skyline von San Francisco! Sowas sieht man nicht alle Tage – ein irres Schauspiel!

 

Ich konnte mich an der “fluffy Golden Gate Bridge” einfach nicht satt sehen. In der Zeit, wo wir in den Headlands waren, zog plötzlich eine Nebelschwarte über den Berg hinweg ins Tal – auch sowas habe ich noch nicht gesehen und habe es noch auf Video festhalten können! Irre, die Headlands haben sich wirklich gelohnt, auch wenn wir die Brücke nicht im Freien von hier oben sehen konnten – dieses Schauspiel war es aber allemal wert!

Der Tag war noch nicht zu Ende. Wir fuhren zurück nach San Francisco. Diesmal musste für die Golden Gate Bridge eine Gebühr von 6$ pro Fahrzeug entrichtet werden. Dies ist allerdings nur notwendig, wenn man von Norden in Richtung Süden die Brücke überqueren mag. Naja, irgendwie muss Geld eingeholt werden um die Brücke in permanenten Rot erstrahlen zu lassen. 😉

Es gab nun noch einige offene Ziele in San Francisco, aber weder der Coit Tower noch das Ashbury Heights District haben uns zu der Zeit interessiert. Wir fuhren in den Golden Gate Park um mal die grüne Seite der Stadt zu sehen. Raus kam dabei ein kleiner Spaziergang und die Durchfahrt des Parks.

Kurz darauf zog es uns wieder zum Pier 39, da es uns dort so gut gefallen hat, so dass wir dort den Abend ein weiteres Mal ausklingen lassen haben. Allerdings ist es nicht zu empfehlen am Labour Day dort hinzufahren 😉 Stau, Stau, Stau in allen Richtungen! Es war richtig voll – bei unserer späten Ankunft sind aber bereits die meisten wieder gegangen, was irgendwann unser Glück war.

Hier schauten wir uns noch das “Nachtleben” der Wharf an, wo Krustentiere vor den Augen der Kunden zerlegt und verarbeitet werden. Am Ende landeten wir dann noch bei Boudin – einer Sauerteigbäckerei aus Frankreich. Wenn ich einen Restaurant-Tipp geben darf, dann ist es der von Boudin! Einfach lecker!

Wir verließen erst sehr spät die Pier’s von San Francisco. Leider war das auch gleichzeitig der letzte Abend in dieser wirklich fabelhaften Stadt.

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