Red Alpine Scenery

from Bryce Canyon to Las Vegas

Eine geographische Darstellung von der gefahrenen Route findest du hier

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Aufstehen um 5.30 Uhr war angesagt – beim Blick aus dem Fenster, ob sich das Wetter eher verbessert oder verschlechtert hat, war mir noch nicht bewusst, dass einer der längsten und anstrengendsten Tage begonnen hatte. Das Wetter war klar, aber auch etwas kühl, was in der Höhe von rund 2400m keine Seltenheit am frühen Morgen ist.

Gegen 6.30 Uhr checkten wir aus und fuhren erneut zum Horsebackride Information Center, denn dank des großzügigen Wetters konnten wir unseren 4-stündigen Ritt durch den Bryce Canyon antreten. Gleichzeitig war auch klar, dass uns weniger Zeit im noch anstehenden Zion Nationalpark zur Verfügung steht. Egal, wir wollten diesen Ritt durchführen, zudem mir der Bryce Canyon bis dato auch wahnsinnig gut gefallen hat.

Wir bezahlten 80$ pro Person und fuhren daraufhin zum Treffpunkt. Überraschenderweise waren wir die allerersten. Also warten bis die Gruppe vollzählig ist. Um 8 Uhr sollte der Ride beginnen…

In der gleichen Zeit ging im Bryce Canyon die Sonne auf. Schlussendlich war es keine falsche Entscheidung den Sunrise aus zu lassen, denn die Cowboys haben sich die Reihenfolge der wartenden Personen gemerkt. Wir durften dann zuerst aufstatteln und befanden uns dadurch auch direkt hinter unserem Guide. Einer der Cowboys fragte mich nach meiner Reiterfahrung und ich antwortete plump, dass ich keine hätte. 🙂 Ich bekam also ein Muli bzw. war es eine Sie – mit dem Namen Yessica! Nach dem alle gesattelt wurden stellte sich unser Tourguide vor – sein Name war Dave Helseth und hatte einen genialen Cowboyakzent! 🙂 Meine Freundin hat viel mehr Reiterfahrung und hat ein “richtiges” Pferd bekommen. Sie durfte sich direkt hinter Dave einreihen, gefolgt von meiner Wenigkeit und den restlichen 7 Deutschen (!). Es war eine reine deutsche Gruppe – da fliegt man über 9000 km weit und wir reiten mit 7 weiteren Deutschen durch den Bryce Canyon – unfassbar.

Mir wurden die Grundfunktionen erklärt und schon ging es los. Sehr ungewohnt, aber auch irgendwie faszinierend. Unsere Spiegelreflexkamera hatte ich aber vorsichtshalber im Auto gelassen – bei der Wackelei wäre sowieso kein vernünftiges Foto raus gekommen, aber für ein paar Schnappschüsse hatte ich mein Handy dabei. 🙂

Dem Pferd bzw. Muli musste man schon extrem vertrauen, sie kennen aufgrund der täglich wiederkehrenden Ausflüge ihren Weg, aber gehen besonders gerne ganz nah an den Abgrund heran – als ob sie einen damit ärgern möchten. 🙂 Mir macht Höhe nichts aus, aber das ist vielleicht nicht jedermanns Sache.

Der Ritt war sehr entspannend und Dave erzählte uns wahnsinnig viel über den Bryce Canyon und über seine Pferde. Zwischendurch forderte die Gruppe immer wieder auf ein lautes “Yeeeeehaaaaaaw” zu schreien. Angeblich können die Deutschen das am Besten! Dadurch lautete die Aufforderung jedes Mal “Hey Germany… gimme a Yeeeeeeeee-haaaaaaw!” Es war wirklich lustig und zugleich informativ. Als es dann auf den Peek-a-Boo Trail ging war ich fast nur noch sprachlos! Erst dort ist man mitten im Herz des Bryce Canyon! Unglaubliche Passagen, direkt daneben das Amphitheater und zahlreiche Hoodoos sowie Arches! An der selben Stelle hatten wir am frühen Abend zuvor noch von oben hereingeschaut. Man kann das kaum in Worte fassen…

Nach rund 2 Stunden und etwa der Hälfte der Strecke haben wir dann eine Pause eingelegt. Dort befinden sich ebenfalls Toiletten und Dave holte ein großes Wasserfass raus, um alle mit Wasser zu erfrischen. Nach knapp 20 Minuten ging es dann weiter. Wir komplettierten den Peek-a-Boo Loop und ritten einen Parallelweg zurück zum Treffpunkt. Hierbei muss allerdings gesagt werden, dass es die einzige Stelle auf der gesamten Tour ist um Wasser zu trinken und auf Toilette zu kommen. Zwischendurch wird dies nicht angeboten!

 

Schlussendlich dauerte der Ausflug knapp über 3,5 Stunden. Letztendlich kann ich jedem so einen Reitausflug empfehlen, auch wenn er noch nie geritten ist. Es ist überhaupt nicht schwer, da die Pferde ihren Weg kennen. Lediglich muss man Vertrauen zum Pferd aufbauen. Ich würde es sofort nochmal machen!

Gegen 11.30 Uhr brachen wir dann zum 130 km entfernten Zion Nationalpark auf. Eigentlich wollte ich dort die Observation Point Wanderung tätigen, aber das hätte zeitlich nicht mehr geklappt. Meine Freundin hatte nun Blut geleckt und wollte auch im Zion noch einen Horsebackride durchführen, da sie weniger Lust auf wandern hatte. Es war allerdings klar, dass es nur max. ein 1-stündiger Ritt werden würde. Auf dem Weg zum Zion überlegte ich mir dann, welchen relativ kurzen Wanderweg ich in der Zeit laufen könnte – ich entschied mich spontan für die Emerald Pools.

Sobald man kurz vor dem Park angekommen ist zeigt sich der Zion bereits in seiner vollen Pracht! Wir standen leider etwas unter Zeitdruck, so dass ich die Kamera in der Tasche gelassen habe und lediglich die GoPro am Auto montiert habe.

Unten im Park angekommen suchten wir das Visitor Center. Die erzählten uns dann, das wir in den Park rein müssen, da sich die Horsebackride Information bei der Zion Lodge befindet. Der Park darf zu dieser Jahreszeit ausschließlich per Shuttle befahren werden. Das Auto muss am Visitor Center geparkt werden. Es dauerte ein wenig, bis wir an der Zion Lodge angekommen sind – wir suchten die Info und die hatten zum Glück noch Platz. Ich widmete mich kurz darauf dem Emerald Pools Trail.

Die Wanderung war eigentlich sehr schön, aber bei 36 Grad und höherer Luftfeuchtigkeit war das doch alles andere als ein Klacks. Dennoch wollte ich das nun durchziehen, denn am Himmel waren diesmal keine Wolken zu sehen, die ein Gewitter vermuten ließen. Ich wanderte zunächst zu den Lower Emerald Pools, daraufhin weiter zu den Middle Emerald Pools und natürlich noch zum höchsten Punkt – den Upper Emeralds Pools! Es war schon eine ordentliche Strecke mit teilweise sehr sandigen Untergrund. Sobald man am Upper Pool angekommen ist, steht man quasi in einer tropischen Bucht.

Kurz darauf begann ich den Abstieg bis zur Abbiegung “Grotto Trail”. Ich entschied mich für den Grotto Trail, da ich noch genügend Zeit hatte. Die Strecke zog sich etwas, aber belohnt mit schönen Aussichten ins Tal, wo der Virgin River fließt.

Am Ende des Trail kommt man an der The Grotto Shuttle Station raus. Eigentlich wollte ich den Bus zurück nehmen, aber ich entschied mich doch am Ufer des Virgin River zurück zu laufen. Kurz vorher sah ich noch das Hinweisschild vom Angels Landing Trail, welcher dort beginnt – die Überschrift war aber weniger verlockend, denn seit 2004 sind hier sage und schreibe 6 Menschen ums Leben gekommen! Zum Glück hatte ich sowieso keine Zeit. 🙂

Schlussendlich kam ich dann wieder bei der Zion Lodge und wir relaxten noch etwas im Gras. Ich war zufrieden, denn für die kurze Zeit waren die rund 7 km Wanderweg sehr ordentlich. Leider hatten wir hier keine Übernachtung eingeplant, was mich im Nachhinein etwas geärgert hat. So ist das eben bei der Planung – man weiß nie, wo es einem am besten gefällt. Beim nächsten Mal wird hier definitiv eine Übernachtung eingeplant.

Mit dem Shuttle Bus fuhren wir zurück zum Parkplatz und brachen direkt auf – denn das eigentliche Ziel an diesem Tag lautete Las Vegas! Von hier waren es noch weitere 270 km Fahrt glücklicherweise größtenteils auf dem Interstate 15.

Etwa 30 Kilometer vor Las Vegas konnte man die großen Hotels dieser imposanten Stadt bereits in der Ferne erkennen. Las Vegas war schon als Kind ein Traum von mir, deswegen war die Anspannung auch etwas höher. Ich muss aber dazu sagen, dass mir die Nationalparks bis hierhin so gut gefallen haben, dass ich eigentlich zu diesem Zeitpunkt gar keine Stadt gebraucht hätte. Las Vegas war gleichzeitig ein wichtiger Stop für uns – denn es war die einzige Möglichkeit den Hunger nach Shopping zu stillen. 🙂 Wir steuerten unser Hotel – das Elara Hilton – direkt an.

Die Suche nach dem Hotel war allerdings alles andere als einfach. Aus der Parkgarage geht es direkt in die Miracle Shops wo sich unserer Recherche nach auch die Lobby vom Elara befinden sollte. Dummerweise war das nirgends ausgeschildert. Nach gefühlten 2 km Fußweg fanden wir dann unser Ziel. Der Checkin Schalter war leer und wir checkten unproblematisch ein. Nach dem wir kurz entspannt hatten suchten wir uns noch was zu Essen in den Miracle Shops. Daraufhin musste ich noch eine Runde durch das Casino von Planet Hollywood drehen. Obwohl der Tag schon super anstrengend war, konnte ich hier immer noch nicht zu Ruhe kommen. Gegen 23 Uhr ging ich zurück auf unser Zimmer und genoss noch ein heißes Bad im Whirlpool. 🙂 Das war der perfekte Ausgang für diesen atemberaubenden Tag!

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