Miracle of Nature

from Grand Canyon South Rim to Monument Valley

Eine geographische Darstellung von der gefahrenen Route findest du hier

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23.08.2016 – it’s just a big hole! No, it’s not!

Der Wecker klingelt um halb 5 Uhr morgens – aufstehen, anziehen und ab zum Yavapai Point um den Sonnenaufgang zu bewundern. Der Regen hatte sich in der Nacht aufgelöst und es war sogar schon wieder halbwegs trocken, dennoch ist die Temperatur in dieser Höhenlage nicht zu unterschätzen. Das Auto zeigte gerade einmal 10 Grad an.

Wir waren die Ersten am Yavapai Point. Mit einer Taschenlampe in der Hand suchten wir die Aussichtsplattform, welche auch recht schnell von uns gefunden wurde. Es war wirklich der Wahnsinn – wir hatten am Abend zuvor noch nichts vom Canyon gesehen und als wir auf der Plattform standen war es noch so dunkel, dass wir immer noch nichts vom Canyon sehen konnten, aber als es dann heller wurde, wurde uns erst bewusst, wo wir gerade standen! Einfach nur unglaublich, eine riesige Weite, eine tiefe Schlucht und je mehr Licht dazu kam, desto eindrucksvoller wurde es! Im Canyon hingen noch vereinzelt Wolken was auch sehr reizvoll ausgesehen hat. Die Besuchermassen hielten sich in Grenzen.

Nachdem wir uns dann 2 Stunden dem Sonnenaufgang gewidmet haben sind wir zurück auf unser Zimmer um den Checkout vorzubereiten. Wir ließen beim Checkout das Auto am Parkplatz stehen und liefen zur Hermits Rest Red Route um mit dem Bus zum westlichen Teil des Parks zu kommen – dieser darf nämlich nicht selbst befahren werden. Da wir ein Stück wandern wollten stiegen wir bei der Monument Creek Vista Station aus und liefen bis zur Mohave Point Station – ein insgesamt knapp 3,5 km ebenerdiger langer Fußweg am Rande des Grand Canyons!

In den Canyon hinein laufen wollten wir bei unserer Zeitplanung nicht. Nach dem wir ein paar Stunden später wieder im Village angekommen waren fuhren wir Richtung Ostausgang um noch die restlichen Aussichtspunkte anzusteuern. Bis dato hielt sich das Wetter hervorragend und es war teilweise sogar richtig warm. Unterwegs gab es noch kurz Wildlife zu sehen – ein Hirsch hat sich am Straßenrand blicken lassen 🙂

 

Der Ausblick am Lipan Point hat uns auch über eine halbe Stunde in seinen Bann gezogen – unserer Meinung nach war es der beste Viewpoint, den wir angesteuert sind. Der Canyon ist dort sehr breit und man kann prima in den westlichen Teil gucken, ohne dass irgendwelche anderen Objekte die Sicht stören – einfach nur schön!

 

Ein weiterer sehenswerter Ausblick ist am Moran Point zu finden. Man erkennt hier am Colorado River wie viel Regen die letzte Nacht herunter gekommen sein muss. Dieser setzt mit seiner braunen Farbe leider keine Kontraste zur Umgebung.

Am Desert View Point angekommen, welcher auch gleichzeitig der östlichste Ausblick im Grand Canyon ist, sahen wir erst, dass wir vor einer Unwetterfront geflohen sind. Wir hatten Glück und haben unsere Zeitplanung komplett richtig gestaltet. 🙂

Mittlerweile war es Nachmittag und wir beschlossen den Grand Canyon zu verlassen bevor uns die immer noch in der Ferne sichtbare Unwetterfront einholt. Es ging weiter ins rund 210 km entfernte Kayenta – unserer Unterkunft in der Nähe vom Monument Valley!

 

In Kayenta angekommen checkten wir im Monument Valley Inn ein – ein wirklich schönes Hotel direkt an der großen Straßenkreuzung. Da wir zum Sonnenuntergang im Valley sein wollten fuhren wir kurz danach los, denn es war schon 18 Uhr in Kayenta. Wir verloren nämlich bereits hier eine Stunde, denn in Kayenta läuft die Navajo Zeit, obwohl sich der Ort noch in Arizona befindet.

Das Monument Valley wird von den Navajos betrieben und kostet beim Einlass 5$ pro Person, nicht pro Auto. Leider hatten wir hier kein Glück mit dem Wetter, es regnete zwar nicht, aber es hingen ordentliche Wolken am Horizont, die die Sonne beim Untergehen nicht im geringsten durchlassen wollten. Für die Fotografie allerdings ein toller Effekt! Wir blieben nur am Visitor Center, denn ebenfalls der Valley Drive, eine Dirt Road die man selbst befahren darf, sah nicht wirklich befahrbar aus. Hier sollte man schon enorm aufpassen, denn die Straße gilt als grenzwertig befahrbar und wenn man stecken bleibt ziehen einen die Navajos für mehrere Hundert Dollar wieder hinaus. Als wir am Rande des Visitor Center gestanden haben, sahen wir auch schon vom Weiten, wie sich ein Fahrzeug eingebuddelt hatte. Es dauerte weit mehr als 30 Minuten bis die Abschlepper mit ihrer Arbeit begonnen haben. Ohne 4WD, den wir auch nicht hatten, würde ich das nicht unbedingt riskieren wollen. Die Aussicht ins Valley ist aber sehr schön und wir genossen die Zeit. Ein Bummel durch den angrenzenden Souvenir Store durfte auch nicht fehlen. Angrenzend zum Hotel “The View” befindet sich auch angeblich John Wayne’s Lieblingsplatz. Dieser wurde mit einem Schild markiert.

Im Vorfeld interessierten wir uns bereits für einen Reitausflug am nächsten Tag. Entsprechend fündig wurden wir bei ein paar Indianern, die sich unweit vom Parkplatz aufgestellt haben. Ein “unschlagbares Angebot” war es für 1,5 Stunden mit dem Pferd zu reiten, sowie weitere 1,5 Stunden mit dem Jeep durch das Valley kutschiert zu werden – und das für schlappe 300$ für 2 Personen! Kreditkarte? Nein, nur Cash! Wir lehnten ab, denn es war einfach viel zu teuer. Des Weiteren waren die Pferde nicht zu sehen. Sie würden zum Schutz hinter einem der Butte’s leben. Wer’s glaubt. Ein 3-stündiger Ritt durch das Valley sollte sogar an die 350$ für 2 Personen kosten. Schwere Abzocke seitens der Indianer, sowas unterstützen wir nicht. Nach dem es dann dunkel wurde fuhren wir zurück nach Kayenta und beschlossen ebenfalls am nächsten Tag nicht nochmal hinein zu fahren, was nämlich wieder erneut 5$ pro Person gekostet hätte.

Zurück in Kayenta wurden wir dann noch mehrfach von einheimischen Indianern angesprochen, die angeblich Sprit brauchen um ihre Familie nach Hause fahren zu können. Normalerweise haben wir immer nette Bettler und Obdachlose getroffen, aber diese Leute waren so dreist, die haben sich sogar im Schnellrestaurant an die Tische von Familien gesetzt und gebettelt. Die meisten dieser Leute trifft man an der Tankstelle direkt neben dem Monument Valley Inn. Wir wurden öfters belästigt, teilweise sind die vor unserem Auto stehengeblieben und haben an der Scheibe geklopft. Wenn man also die Möglichkeit hat woanders unterkommen zu können, dann sollte man das auch tun. Ich würde in Kayenta nicht zwingend noch einmal übernachten wollen.

Das Monument Valley ist sehr schön, aber durch die Verwaltung der Navajo’s eben auch sehr kostspielig. Ein Eintritt um den Ausblick ins Tal genießen zu können, ist aber dennoch empfehlenswert. Allein weil diese Kulisse in sämtlichen Westernstreifen zu sehen war. Sie hat einfach Wiedererkennungswert.

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