Hoodoo Wonderland

from Page to Bryce Canyon

Eine geographische Darstellung von der gefahrenen Route findest du hier

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Nach einer weiteren sehr ruhigen und angenehmen Nacht haben wir es an diesem Morgen nicht so eilig gehabt. Page war mehr oder weniger “vorerst” abgearbeitet und wir starteten gegen 9 Uhr zum nächsten Nationalpark – dem Bryce Canyon! Die Streckenlänge dorthin beträgt ab Page 240 km.

Über den Highway 89 ging es aus Page raus. Auf dem Weg liegt der Glen Canyon Dam, wo wir einen kurzen Fotostop eingelegt haben.

Bevor wir aber wirklich aus Page rausgefahren sind, musste ich noch einen Abstecher zur Wahweap Bay tätigen. Ich hatte den Lake Powell nur am Antelope Point gesehen und das war nicht so genial. Die Aussicht beim ersten Viewpoint war dann schon deutlich besser!

Hier könnte man auch locker einen Tag nur am See verbringen. Allzu lange aufhalten wollten wir uns dort allerdings nicht, denn am Bryce Canyon hatten wir auch noch ein wenig vor. Wir fuhren also durch, nicht über die Cottonwood Road, da wir das unserem Fronttriebler nicht zugetraut haben. Da wir aber sowieso in der offiziellen Monsoonzeit unterwegs waren, war die Strecke auch sicherlich nicht befahrbar. Wir fuhren also die etwas unspektakuläre, aber dennoch sehr schöne Route komplett über den Highway 89.

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann die Zufahrt zum Bryce Canyon.

Wir checkten direkt in der Bryce View Lodge ein, welche sich außerhalb des Parks befand. Im Hintergrund sah ich zu der Zeit leider schon eine große schwarze Wolkenfront auf uns zuziehen und ich zweifelte ein bisschen daran, die Wanderung, die ich vor hatte, in Angriff zu nehmen. Daraufhin fuhren wir in den Park hinein, ich fragte die nette Rangerin, ob es sinnvoll sei bei einem ankündigenden Gewitter die Peek-a-Boo Loop zu hiken. Antwort war freundlich und bestimmend: “Yes, of course, the only scary thing are lightnings, this means you should hike faster then normal” und lachte mich dabei an! Okayyy 🙂 Ich steuerte nun den Sunrise Point an, wo ich den Navajo Loop Trail beginnen wollte. Dieser Trail lässt sich prima mit dem großen Peek-a-Boo Trail kombinieren. Ich musste alleine wandern, da meine bessere Hälfte den Canyon lieber mit dem Pferd erkunden wollten – somit trennten wir uns und ich begann den Trail zu laufen. Zunächst geht es ziemlich steil in den Canyon hinab.

Unten angekommen sieht man erst die volle Pracht des Canyons. Natürlich sieht er auch von oben bombastisch aus, aber der Blick von unten war viel intensiver. Irgendwann erreichte ich ein Schild, welches den Peek-a-Boo Loop ankündigte. Ich lief ein Stück hinein und beobachtete die dicke, fette, schwarze Wolkendecke, die nicht mehr weit von mir entfernt zu sein scheint. Ich lief noch ein bisschen weiter und habe dann besser auf meinen Instinkt gehört – abbrechen! Ein Gewitter im Bryce Canyon konnte ich nicht gebrauchen. Da es aber auf der anderen Seite immer noch sehr schön war – nahezu wolkenlos – bin ich den Navajo Trail weitergelaufen. Ich bog dann später so ab, dass ich den Queens Garden Trail ablaufen konnte, da sich das Wetter in diesem Teil des Canyons weiterhin gehalten hat. Auf der anderen Seite – beim Peek-a-Boo Loop – sah es nämlich nicht so gut aus – es blitzte und donnerte bereits.

Nach dem man im Queens Garden angekommen ist, landet man in einer Art Sackgasse umhüllt von Hoodoos.

Von dort läuft man den Navajo Loop Trail zu Ende. Es folgt ein knackiger und doch anstrengender Aufstieg – klar, wo es schnell runtergeht, muss es auch steil wieder hochgehen 😉 In diesem Moment fing es bei mir auch an zu tröpfeln und der Wind wurde deutlich stärker. Ich musste meinen Hoodie enger zuziehen, da es doch sehr kalt geworden war – und das binnen weniger Minuten!

Oben angekommen, leicht erschöpft, aber glücklich 🙂 bin ich über den Sunrise Point zurück zum Sunset Point gelaufen. Dort wollten wir uns wieder treffen. Jetzt fing es auf jeden Fall an richtig zu regnen – genau passend, als ich die knapp 8 Kilometer lange Wanderung abgeschlossen hatte – perfekt! Ich habe also alles richtig gemacht, denn der Peek-a-Boo Trail dauert wesentlich länger und weist noch mehr Höhenmeter auf. Ich habe für die Strecke ungefähr 2,5 Stunden gebraucht – inklusive sämtlicher Foto- und Videostops, sowie einer kurzen Trinkpause.

Nun war der schöne Bryce Canyon leider von Regen heimgesucht worden. Meine bessere Hälfte konnte ihren Ritt nicht durchführen, da die letzte 2-Stunden-Gruppe bereits abgeritten war. Sie hatte bis dato noch nichts vom Canyon sehen können. Wir entschlossen uns zur Horsebackride Information zu fahren, um uns für den Folgetag zu informieren. Nach ca. 15 Minuten Gespräch war es dann sicher – am nächsten Morgen sollte ein 4-stündiger Horsebackride stattfinden! Abgeritten wird dabei eine Kombination aus Pferedetrail und der kompletten Peek-a-Boo Loop, welchen ich heute noch verpasst hatte. Wir ließen uns auf eine Liste setzen und sollten am nächsten Morgen um 7 Uhr an der Info stehen um die Zahlung zu tätigen, denn wir wollten es vom Wetter abhängig machen. Einziger Haken an der Sache – ich habe noch nie auf einem Gaul gesessen 🙂

Wir schauten uns noch etwas im Souvenir Store um und währenddessen schien draussen auf einmal wieder die Sonne. Wir fuhren noch etwas weiter zum Bryce View Point, wo man einen atemberaubenden Blick auf das Bryce Amphitheater zu sehen bekommt! Hier war es dann plötzlich wieder sehr warm.

Danach ging es zurück ins Hotel. Wir machten uns kurz frisch, da gleich gegenüber um 21 Uhr ein Rodeo stattfinden sollte. Für die Rodeoshow haben wir 12$ p.P. gezahlt – ich hatte im Vorfeld schon gelesen, dass es keine Profiveranstaltung ist, aber sehen wollte ich das immer schonmal.

Das Rodeo war ganz witzig, aber auch ziemlich lang und gegen Ende etwas monoton. 😉 Gegen 23 Uhr waren wir wieder auf dem Zimmer – früh aufstehen war, wieder einmal, angesagt.

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